Der Wiesn Guide für Anfänger: Do’s & Don’ts auf dem Oktoberfest

O’zapft is! Nein, das heißt nicht, dass Tannenzapfen von den Bäumen fallen und es herbstelt… Wenn‘st des schon mal weißt, dann darfst weiterlesen!Kleiner Spaß am Rande, wir haben für Neulinge auf der Wiesn eine kleinen Oktoberfest-Knigge zusammengestellt. Damit klar ist, was auf der Wiesn geht und was nicht.

 

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Wann, wie, wo?

Das Oktoberfest wird im Volksmund auch Wiesn genannt. Und zwar die Wiesn. Nicht die Wiesen, nicht der Wiesn und gar nicht geht „das Wiesn“.

Das erste Oktoberfest fand am 17. Oktober 1810 zu Ehren des königlichen Brautpaares statt. Die Braut Prinzessin Therese ist Namensgeber für den Ort des Oktoberfestes, die Wiese „Theresienwiese“.

Heuer (so sagt man „dieses Jahr“ auf bayerisch) findet die Wiesn vom 22. September bis zum 07. Oktober 2018 statt. Es gibt eine ganz einfache Faustregel für die Länge der schönsten „fünften“ Jahreszeit: Die Wiesn geht immer bis zum ersten Sonntag im Oktober (deshalb auch Oktoberfest), außer der Feiertag der „Tag der Deutschen Einheit“, also der 3. Oktober, ist erst danach. Dann geht das Oktoberfest bis zu diesem Tag.

Was anziehen?

Man geht in Tracht zum Oktoberfest. Und zwar traditionell, nicht im Billig-Dirndl vom Hauptbahnhof und nicht in Plastik-Lederhosen und bitte, setzte niemals einen albernen Bierhut auf! Wer keine Tracht hat, der geht ganz normal, das kommt auf jeden Fall besser an bei den Münchnern.

Wenn’s um die Mädels geht, da schaust immer, wo die Schleife von der Dirndl-Schürze sitzt, dann weißt sofort woran Du bist:

Schleife vorne: Jungfrau

Schleife rechts: Vergeben

Schleife links: Single

Schleife hinten: Witwe oder Wiesn-Bedienung.

Welches Dirndl Outfit dieses Jahr angesagt ist und alles rundum Flechtfrisuren gibt es in unseren letzten Blogs zu lesen.
Hier geht es zu den schönsten Dirndl Trends 2018.
Hier gibt es eine Übersicht und Anleitungen zu Flechtfrisuren zum Nachstylen.

Was trinken?

Ganz klar, man trinkt Bier auf dem Oktoberfest. Bei allem anderen sollte man zumindest nicht von einem Münchner erwischt werden. Der würde sich nur lustig machen und sagen, dass Du ein „Volldepp“ oder ein „Preuße“ (=Nicht-Bayer) bist.

Das Bier wird auf der Wiesn „Maß“ genannt – das spricht man übrigens aus wie „Mass“ (also mit einem kurzen „a“), gemein oder? Aber das lernt man als „Zuagroasta“ (ein Zugereister, sprich Nicht-Münchner) schon mit der Zeit!

Ein Bier bestellt man so: „Oa Maß, bitt’schön.” Niemals bitte: „Eine Maß Helles“ oder ähnliches …

Wenn die Maß endlich am Tisch steht, dann stößt man mit allen Tisch-Nachbarn an, übrigens begrüßt man auch Fremde am Tisch immer und ist stets freundlich, das macht man hierzulande so. Beim Anstoßen sagt man „Prost!“ und sollte sogar singen: „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit. Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit. Oans. Zwoa. G’suffa.“

Die Maß hält man am Henkel. Dafür ist der da! Und wer den Wiesn-Bakterien vorbeugen will, der trinkt aus der „Herpes-freien Zone“. Die ist direkt da, wo sich der Henkel befindet.

Außerdem sollte man die Maß  immer recht zügig trinken, da sie sonst “lack” (abgestanden) wird. Den letzten Schluck (das „Noagerl“) lässt man immer stehen und bestellt ein frisches Bier – schmeckt auch viel besser 😉

An Bier sind alle 6 klassischen Münchner Brauereien auf der Wiesn vertreten:

Augustiner, Hacker Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten.

Der Maßpreis befindet sich dieses Jahr zwischen 10,70 – 11,50 €. Damit muss man einfach leben! Letztes Jahr hatte das Oktoberfest, welches übrigens das größte Volksfest der Welt ist, ca. 6,2 Millionen Besucher und es wurden ca. 7,5 Millionen Maß Bier ausgeschenkt und getrunken. Das heißt aber noch lange nicht, dass man auf Beitragsbild festlegender Wiesn die Lizenz zum Koma-Saufen bekommt – bitte immer beachten.

Es gibt tatsächlich hinter den Festzelten die sogenannte „Kotzwiese“ … da muss man nicht mehr zu sagen … da will man nur nicht landen – also bitte: Kenn Dein Limit.

Wo geht ma hi?

In ein Bierzelt, klar oder? Übrigens haben alle großen Zelte auch sehr schöne Biergärten, in denen eine Maß unter dem sonnigen Himmel Bayerns besonders gut schmeckt! In jedem der großen Bierzelte gibt es Live-Musik zum Mitgrölen!

Am ersten Wiesn-Samstag, dem Anstich, der immer im Schottenhamel stattfindet, beginnt der Bierausschank erst um 12:00 Uhr nach dem „Anstich“ des ersten Bierfasses. Von Montag bis Freitag gibt’s ab 10:00 Uhr Bier, am Wochenende schon ab 9:00 Uhr. Der letzte Bierausschank findet um 22:30 Uhr statt. Die Bierzelte schließen nämlich um 23:30 Uhr.

Nur die Weinzelte (Käfer’s Wiesn-Schänke und das Nymphenburger Sekt) haben bis 01:00 Uhr nachts geöffnet.

Hier kommt ein kleiner Überblick über die Bierzelte und was man als Münchner so über die einzelnen Zelte denkt:


Armbrustschützen-Festhalle:

Die Armbrustschützen-Festhalle macht ihrem Namen alle Ehre: Dort gibt es noch Tradition, denn die Armbrustschützen versuchen möglichst viele der insgesamt 120 Ziele zu treffen – wer’s noch nie gesehen hat, den erwartet eine riesen Gaudi!

Augustinerbräu-Festzelt:

Hier findet man vermutlich die meisten Münchner, denn hier geht’s ums Bier. Augustiner gilt als das beliebteste Bier überhaupt. Der Münchner trinkt kaum ein anderes. Das Bier ist so mild, weil es weniger Kohlensäure hat als andere Biersorten und frisch aus dem Holzfass kommt. Unter der Woche geht es dort auch recht gemütlich zu.

Bräurosl:

In der Bräurosl wird’s bunt! Neben einer eignen Jodlerin, ist das Wiesn-Publikum dort meist eher jünger. Für alle schwul-lesbischen Wiesn-Gänger gibt’s jedes Jahr den „Gay-Sunday“.

Käfers Wiesn-Schänke:

In der Käfer Wiesn-Schänke ist vor allem für Gourmets und Champagner-Liebhaber etwas geboten. Von der hauseigenen Feinkost bis zum Dom Perignon feiert man in uriger Atmosphäre zünftig bis 01:00 Uhr morgens. Draußen befinden sich noch die Wiesnbars des Szeneclubs HEART am Lenbachplatz.

Hier werden zu späterer Stunde auch immer gern Promis gesehen – also ist Präsenz zeigen angesagt!

 

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Hackerbräu-Festhalle:

Hier wird’s recht jung. Das Publikum beginnt im Teenager-Alter und deshalb ist hier auch die Stimmung immer feucht-fröhlich!

Hofbräu-Festzelt:

Ja, das Höfbrau-Festzelt ist unter Münchnern eher verschrien als Touri-Zelt. Denn das Hofbräu-Bier ist auch über Bayerns Grenzen hinaus recht bekannt und das zieht die Touristen eben an. Übrigens gilt das Zelt als das trinkstärkste …

Oft beobachtet man hier auch wie Australier, Italiener, Amis und Co. ihre Maß auf „Ex“ trinken – also in einem Zug aus. Bitte nicht ausprobieren, sowas macht man nicht!

Fischer-Vroni:

In der Fischer-Vroni wird ebenfalls das beliebte Augustiner Bier ausgeschenkt. Es ist von den großen Zelten das kleinste und von dem her auch recht gemütlich. Klassiker hier: Der Steckerlfisch. Unbedingt probieren!

Schottenhamel:

Das Schottenhamel ist das älteste Wiesn-Zelt. Hier wird Spaten-Bier ausgeschenkt. Neben vieler Studenten – die Verbindungen haben viele eigene „Boxen“ (im Prinzip Tische) – findet man hier auch die Politprominenz – vom Oberbürgermeister bis zum Ministerpräsidenten.

Schützenfestzelt:

Im Schützenfestzelt versammelt sich die Münchner High Societey. Tiffany & Co. lädt beispielsweise zum „Edel“-Breakfast ein, aber auch sonst ist das Publikum eher jung und gern unter sich. Da das Zelt nicht direkt auf der „Bierstraße“ liegt, wird es oft einfach mal übersehen … als sei es von seinen Besuchern so gewollt.

Ochsenbraterei:

Letztes Jahr wurden hier an die 150 Ochsen verspeist. Viele Firmen-Wiesn finden hier statt und es wird zünftig in gemütliche Runde gefeiert. Zum Trinken gibt’s Spaten.

Kufflers Weinzelt (Nymphenburger Sekt):

Wer sich stilvoll betrinken möchte, der geht ins Weinzelt. Denn hier gibt’s in edler Atmosphäre alles, was das Herz begehrt und das bis 01:00 Uhr morgens.

Bild Löw & Bierstraße: https://www.instagram.com/p/BnMTKokgqKU/?taken-by=oktoberfest

Löwenbräu-Festzelt:

Den brüllenden Löwen sieht man schon bei Betreten der Theresienwiese. In München gibt es zwei konkurrierende Fußballvereine: den TSV 1860 München (als Maskottchen hat das Team einen Löwen) und den FC Bayern München. Neben der 60er Fans trifft man hier am mittleren Wiesn-Wochenende auch gerne viele Italiener.

Winzerer Fähndl (Paulaner Zelt):

11.000 Plätze gibt’s im Winzerer Fähndl. Hier trifft man eher den Bayern-Fan an, ansonsten gibt’s nicht viel zu sagen! Außer: Da sollte man auf jeden Fall mal eine Maß trinken!
Grundsätzlich gilt: In welches Zelt man geht, ist eigentlich egal. Man geht freundlich an einen Tisch und fragt, ob noch ein „Platzerl“ frei ist, wenn ja, sagt man nett „Servus“, setzt sich und stößt an. Wenn nicht, geht’s ins nächste Zelt. Das kriegt man schon raus mit der Zeit und irgendwann findet man auch ein gemütliches Plätzchen!

Reservieren kann man Wiesn-Tische übrigens schon im Frühjahr. Die sind auch meist recht schnell weg. Wer eine Wiesn-Bedienung kennt, kann später noch Glück haben.

After Wiesn

Nach der Wiesn ist vor der Wiesn! So heißt es! Und deshalb geht’s nach Zeltschluss zu den legendären After-Wiesn Partys! Wer noch nicht sternhagel voll ist, der fährt – wenn er ein Taxi bekommt, die sind nämlich rar in München während der Festtage – ins Zentrum.

Dort haben so gut wie alle Clubs der Münchener Party-Szene das ganze Oktoberfest über volles After-Wiesn Programm. Am schlausten ist es, man fragt sich da ein bisschen durch, wenn man schon in gemütlicher Runde zusammen sitzt. Der Münchener weiß scho, wo er Dich hinschickt! Oder man lässt es einfach, schließlich geht’s im Zweifel am Folgetag wieder auf die Wiesn!

Wiesn Herzal Bild: https://www.instagram.com/p/BgWMvfsFSNl/?taken-by=oktoberfest

Für die Männer:

Der Herzdame kauft man(n) ein Wiesn-Lebkuchen-Herzal nach Zeltschluss! Da lacht jedes Frauen-Herz!

 

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Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest:

Am besten fährt man die „wuiden“ Achterbahnen und Co. vorm Biertrinken. Ist sicherer für den Magen!

In Sachen Fahrgeschäfte ist alles geboten. Da lohnt es sich wirklich einmal über die Festwiese zu laufen und auszuprobieren, worauf man Lust hat.

Klassiker: Das Kettenkarussell, das Riesenrad (da sieht man ganz München, vor allem bei Nacht einen Besuch wert) und natürlich Toboggan (seit 70 Jahren auf der Wiesn vertreten und gerade zu späterer Stunde legendär, denn bei dieser Rutsche ist nicht das Rutschen das Ziel, sondern der Weg hoch …).


Damit das klar ist, folgendes gilt AUSNAHMSLOS FÜR JEDEN:

  1. Niemals ist man frech oder unverschämt zur Wiesn-Bedienung! Die Chance, dass man dann nämlich rausfliegt, ist hoch! Das ist oberstes Credo!
  2. Niemals sollte man sich von einem anderen Betrunkenen provozieren lassen und eine Schlägerei anfangen, dann landet man nämlich ganz schnell bei den Kollegen von der Polizei!
  3. Frauen wird nicht unters Dirndl gefasst!
  4. Großes Gepäck bleibt daheim. Man geht schließlich trinken und nicht auf große Reise. Ein kleines Tascher’l ist erlaubt.
  5. Montag bis Donnerstag geht man vor 15:00 Uhr und am Wochenende vor 12:00 Uhr auf die Wiesn, da sind die Chancen auf einen freien Tisch am besten.
  6. Kaufe keine „günstigen“ Bier- oder Hendl-Marken von Fremden. Oft sind die gefälscht oder aus dem Vorjahr oder, oder, oder …
  7. Man sollte sich ruhig die gängisten Wiesn-Lieder einprägen:
  • Ein Prosit der Gemütlichkeit (DER Wiesnhit der Wirte)
  • Marmor, Stein und Eisen bricht (Drafi Deutscher)
  • Take me home, country roads (John Denver)
  • Ich war noch niemals in New York (Udo Jürgens)
  • Schatzi schenk mir ein Foto (Mickie Krause)
  • Skandal im Sperrbezirk (Spider Murphy Gang)
  • Tausend Mal berührt (Klaus Lage Band)

Das sind bei weitem nicht alle, aber eine solide Grundlage!

Wir wünschen ein zünftige Wiesn und hoffen Du blamierst Dich ned!

 


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